Technische Beschreibungen nach Verordnung 2025/2392 für CRA-Produktkategorien
Sytance · Aktualisiert
Die Verordnung 2025/2392 erläutert die technische Bedeutung der Kategorienamen für wichtige und kritische Produktkategorien. Sie ersetzt Anhang III oder IV nicht. Sie hilft bei der Entscheidung, ob die Kernfunktionalität eines Produkts einer dieser Kategorien entspricht.
Technische Beschreibungen
1. Die technische Beschreibung der Kategorien von Produkten mit digitalen Elementen der Klassen I und II in Anhang III der Verordnung (EU) 2024/2847 ist in Anhang I der vorliegenden Verordnung festgelegt. 2. Die technische Beschreibung der Kategorien von Produkten mit digitalen Elementen in Anhang IV der Verordnung (EU) 2024/2847 ist in Anhang II der vorliegenden Verordnung festgelegt.
Durchführungsverordnung (EU) 2025/2392 der Kommission, Artikel 2
Die Verordnung ist ein Durchführungsrechtsakt nach Artikel 7 Absatz 4 der CRA. Sie erläutert die technische Bedeutung jeder Kategorie. Sie fügt keine neue Produktklasse hinzu und legt für sich genommen nicht das Konformitätsbewertungsverfahren fest.
Kernfunktionalität
Gemäß Artikel 7 Absatz 1 und Artikel 8 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2024/2847 bestimmt die Kernfunktionalität eines Produkts mit digitalen Elementen, ob dieses Produkt mit digitalen Elementen der technischen Beschreibung einer Kategorie wichtiger oder kritischer Produkte mit digitalen Elementen entspricht und daher den anwendbaren Konformitätsbewertungsverfahren unterliegt.
Durchführungsverordnung (EU) 2025/2392 der Kommission, Erwägungsgrund 2
Kernfunktionalität bezeichnet die Hauptfunktion des Produkts in der Form, in der es in Verkehr gebracht wird. Ein Produkt kann Merkmale einer anderen Kategorie enthalten, ohne dadurch dieser Kategorie anzugehören. Umgekehrt können zusätzliche Funktionen ein Produkt nicht aus einer Kategorie herausnehmen, wenn seine Hauptfunktion weiterhin der Beschreibung entspricht.
Eingebetteter Browser
Eine Nachrichten-App ist nicht allein deshalb ein Browserprodukt, weil sie einen eingebetteten Browser integriert.
Router mit Firewallfunktionen
Ein Router kann weiterhin die Kernfunktionalität eines Routers haben, auch wenn er zusätzlich Firewallfunktionen umfasst.
Smartphone mit mehreren Funktionen
Ein Smartphone wird im Allgemeinen nicht allein deshalb als Betriebssystem oder Passwortmanager eingestuft, weil es diese Funktionen umfasst.
Wichtige Beschreibungen für Klasse I
Anhang I der Verordnung 2025/2392 enthält die technischen Beschreibungen der Kategorien der Klasse I aus Anhang III der CRA.
Identitätsverwaltungssysteme sind Produkte mit digitalen Elementen, die Mechanismen zur Authentifizierung oder Autorisierung bereitstellen und auch Mechanismen für die Verwaltung des Lebenszyklus von Identitätsnachweisen natürlicher Personen, juristischer Personen, Geräten oder Systemen umfassen können, etwa Registrierung, Bereitstellung, Pflege oder Abmeldung von Identitäten. Zu diesen Systemen gehören Zugriffsverwaltungssysteme, die den Zugriff natürlicher oder juristischer Personen, von Geräten oder Systemen auf digitale Ressourcen oder physische Standorte steuern.
Software für die Verwaltung privilegierter Zugriffe ist ein Zugriffsverwaltungssystem, das Zugriffsrechte auf IT- oder OT-Systeme und vertrauliche Informationen innerhalb einer Organisation steuert und überwacht; hierzu gehören Systeme, die differenzierte Zugriffskontrollrichtlinien für privilegierte Nutzer durchsetzen.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Authentifizierungs- und Zutrittskontrollleser, biometrische Leser, Single-Sign-on-Software, Software für föderiertes Identitätsmanagement, Einmalpasswort-Software, Hardware-Authentifizierungsgeräte wie Generatoren für Transaktionsauthentifizierungsnummern (TAN), Authentifizierungssoftware und Mehr-Faktor-Authentifizierungssoftware.
Softwareprodukte mit digitalen Elementen, die Endnutzern den Zugriff auf Webinhalte und -dienste ermöglichen, die auf Servern in Netzwerken wie dem Internet gehostet werden, und mit denen sie diese Inhalte und Dienste darstellen und interaktiv nutzen können. Sie umfassen typischerweise eine Browser-Engine zur Interpretation und Anzeige von Inhalten in Auszeichnungssprachen (z. B. HTML), Unterstützung für Webprotokolle (z. B. HTTP, HTTPS), die Möglichkeit, Skripte auszuführen und Nutzereingaben zu verarbeiten, sowie die Speicherung temporärer oder dauerhafter Daten von Websites (Cookies).
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem eigenständige Anwendungen mit Browserfunktionen, eingebettete Browser zur Integration in ein anderes System oder eine andere Anwendung sowie Browser mit Integration von KI-Agenten.
Produkte mit digitalen Elementen, die Passwörter lokal auf einem Gerät oder auf einem entfernten Server speichern und auch Funktionen zur Generierung und Weitergabe von Passwörtern sowie zur Integration mit lokalen Anwendungen oder Anwendungen Dritter für deren Nutzung umfassen.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem lokale Passwortmanager, als Browsererweiterungen bereitgestellte Passwortmanager, Unternehmens-Passwortmanager sowie hardwarebasierte Passwortmanager.
Softwareprodukte mit digitalen Elementen, üblicherweise als Antivirus- oder Antimalware-Software bezeichnet, die Schadsoftware oder schädlichen Code auf Geräten erkennen oder danach suchen oder solche Software beziehungsweise solchen Code entfernen oder isolieren, um die Integrität, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit dieser Geräte zu wahren.
Im Zusammenhang mit dieser Produktkategorie bezeichnet Schadsoftware Software mit schädlichen Funktionen oder Fähigkeiten, die dem Nutzer und/oder dem Computersystem unmittelbar oder mittelbar Schaden zufügen können, etwa Viren, Würmer, Ransomware, Spyware und Trojaner.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Software zur Echtzeiterkennung oder manuellen Suche nach Schadsoftware, Rootkit-Erkennung sowie Rettungsdatenträger, deren Kernfunktionalität in der Suche nach, Entfernung oder Isolation von Schadsoftware besteht.
Produkte mit digitalen Elementen, die einen verschlüsselten logischen Tunnel aufbauen, der aus Systemressourcen eines physischen oder virtuellen Netzwerks gebildet wird.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem VPN-Clients, VPN-Server und VPN-Gateways.
Produkte mit digitalen Elementen, die verbundene Netzwerkelemente wie Server, Router, Switches, Workstations, Drucker oder mobile Geräte verwalten, indem sie diese überwachen und ihren Netzbetrieb sowie ihre Konfiguration steuern.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem durchgängige Managementsysteme und dedizierte Konfigurationsmanagementsysteme, etwa Controller für softwaredefinierte Netzwerke.
Produkte mit digitalen Elementen, die Daten aus mehreren Quellen erfassen, analysieren und korrelieren und als umsetzbare Informationen für Sicherheitszwecke aufbereiten, etwa zur Erkennung von Bedrohungen und Vorfällen, zur forensischen Analyse oder für Compliance-Zwecke.
Softwareprodukte mit digitalen Elementen, die den anfänglichen Systemstart nach dem Einschalten oder Neustart steuern, indem sie Hardware initialisieren, das Betriebssystem oder Systemressourcen laden oder die Kontrolle dorthin übergeben und Startoptionen auswählen.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem UEFI-Firmware sowie ein- und mehrstufige Bootloader.
Produkte mit digitalen Elementen, die als Teil einer Public-Key-Infrastruktur (PKI) zur Validierung, Erstellung, Ausstellung, Verteilung, Veröffentlichung des Status, Erneuerung oder zum Widerruf digitaler Zertifikate oder zur Erzeugung, Speicherung, Hinterlegung, zum Austausch, zur Vernichtung oder zum Wechsel kryptografischer Schlüssel für solche Zertifikate eingesetzt werden.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Schlüsselverwaltungssysteme, Systeme zur Verwaltung digitaler Zertifikate, OCSP-Responder (Online Certificate Status Protocol) und Komplettlösungen für PKI.
Physische Netzwerkschnittstellen sind Produkte mit digitalen Elementen, die ein Gerät über eine von den Schnittstellentreibern bereitgestellte Programmierschnittstelle (API) direkt mit einem Netzwerk verbinden. Sie arbeiten typischerweise auf der Sicherungsschicht und verfügen über Hardwareadapter für Übertragungsmedien samt zugehöriger Firmware, die typischerweise auf der Bitübertragungs- und Sicherungsschicht arbeiten.
Virtuelle Netzwerkschnittstellen sind Produkte mit digitalen Elementen, die ein Gerät direkt oder indirekt über eine API mit einem Netzwerk verbinden, die die API physischer Netzwerkschnittstellentreiber nachbildet und typischerweise auf der Sicherungsschicht arbeitet.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem kabelgebundene und drahtlose Netzwerkkarten, Controller und Adapter, etwa für WLAN, Ethernet, IrDA, USB, Bluetooth, NearLink oder Fieldbus, sowie rein virtuelle eigenständige Produkte wie virtuelle Netzwerkkarten, Container-Netzwerkschnittstellen und VPN-Schnittstellen.
Softwareprodukte mit digitalen Elementen, die eine abstrakte Schnittstelle zur zugrunde liegenden Hardware bereitstellen und die Ausführung von Software steuern. Sie können außerdem Dienste wie die Verwaltung und Konfiguration von Rechenressourcen, Scheduling, Ein-/Ausgabesteuerung und Datenverwaltung bereitstellen sowie eine Schnittstelle für die Interaktion von Anwendungen mit Systemressourcen und Peripheriegeräten anbieten.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Echtzeitbetriebssysteme sowie Betriebssysteme für allgemeine oder spezielle Zwecke.
Router sind Produkte mit digitalen Elementen, die den Datenfluss zwischen verschiedenen Netzwerken einrichten und steuern, indem sie mithilfe von Routingprotokollen und -algorithmen Pfade auswählen; sie arbeiten typischerweise auf der Vermittlungsschicht.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem kabelgebundene und drahtlose Router, virtuelle Router sowie Router mit oder ohne Modem.
Modems für die Verbindung mit dem Internet sind Hardwareprodukte mit digitalen Elementen, die mithilfe digitaler Modulations- und Demodulationsverfahren analoge Signale in digitale Signale und zurück umwandeln, um IP-basierte Kommunikation zu ermöglichen.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Glasfasermodems, DSL-Modems (Digital Subscriber Line), Kabelmodems (DOCSIS), Satellitenmodems und Mobilfunkmodems.
Switches sind Produkte mit digitalen Elementen, die über Paketweiterleitungsmechanismen Verbindungen zwischen vernetzten Geräten bereitstellen und über eine Verwaltungsebene verfügen, die typischerweise auf der Sicherungs- oder Vermittlungsschicht umgesetzt ist.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Managed Switches, Smart Switches, Multilayer-Switches, virtuelle Sicherheitsswitches, programmierbare Switches für softwaredefinierte Netzwerke und Bridges wie WLAN-Zugangspunkte.
Produkte mit digitalen Elementen in Form integrierter Schaltungen, die zentrale Verarbeitungsfunktionen unter Nutzung externen Speichers und externer Peripheriegeräte ausführen, einschließlich Mikrocode und sonstiger Firmware auf niedriger Ebene. Sie stellen zusätzlich sicherheitsbezogene Funktionen bereit, etwa Verschlüsselung, Authentifizierung, sichere Schlüsselablage, Zufallszahlenerzeugung, eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung oder andere hardwarebasierte Schutzmechanismen, mit denen über den Mikroprozessor hinaus weitere Produkte, Netzwerke oder Dienste geschützt werden sollen, etwa durch eine sichere Bootkette, Virtualisierung oder sichere Kommunikationsschnittstellen.
Produkte mit digitalen Elementen in Form integrierter Schaltungen, die zentrale Verarbeitungsfunktionen ausführen und Speicher integrieren, der die Programmierbarkeit des Mikrocontrollers ermöglicht, sowie typischerweise weitere Peripheriegeräte umfassen, einschließlich Mikrocode und sonstiger Firmware auf niedriger Ebene. Sie stellen zusätzlich sicherheitsbezogene Funktionen bereit, etwa Verschlüsselung, Authentifizierung, sichere Schlüsselablage, Zufallszahlenerzeugung, eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung oder andere hardwarebasierte Schutzmechanismen, mit denen über den Mikrocontroller hinaus weitere Produkte, Netzwerke oder Dienste geschützt werden sollen, etwa durch eine sichere Bootkette, Virtualisierung oder sichere Kommunikationsschnittstellen.
Anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASIC) mit sicherheitsbezogenen Funktionen sind Produkte mit digitalen Elementen in Form integrierter Schaltungen, die vollständig oder teilweise kundenspezifisch für eine bestimmte Funktion oder Anwendung ausgelegt sind, einschließlich Mikrocode und sonstiger Firmware auf niedriger Ebene. Sie stellen zusätzlich sicherheitsbezogene Funktionen bereit, etwa Verschlüsselung, Authentifizierung, sichere Schlüsselablage, Zufallszahlenerzeugung, eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung oder andere hardwarebasierte Schutzmechanismen, mit denen über den ASIC hinaus weitere Produkte, Netzwerke oder Dienste geschützt werden sollen, etwa durch eine sichere Bootkette, Virtualisierung oder sichere Kommunikationsschnittstellen.
Feldprogrammierbare Logikgatter (FPGA) mit sicherheitsbezogenen Funktionen sind Produkte mit digitalen Elementen in Form integrierter Schaltungen mit einer Matrix konfigurierbarer Logikblöcke, die nach der Herstellung neu programmiert werden können, um eine bestimmte Funktion auszuführen oder Anwendung umzusetzen, einschließlich Mikrocode und sonstiger Firmware auf niedriger Ebene. Sie stellen zusätzlich sicherheitsbezogene Funktionen bereit, etwa Verschlüsselung, Authentifizierung, sichere Schlüsselablage, Zufallszahlenerzeugung, eine vertrauenswürdige Ausführungsumgebung oder andere hardwarebasierte Schutzmechanismen, mit denen über das FPGA hinaus weitere Produkte, Netzwerke oder Dienste geschützt werden sollen, etwa durch eine sichere Bootkette, Virtualisierung oder sichere Kommunikationsschnittstellen.
Produkte mit digitalen Elementen, die direkt oder über andere Geräte über das öffentliche Internet kommunizieren, Anfragen, Aufgaben oder Fragen anhand von Vorgaben in natürlicher Sprache verarbeiten, etwa per Sprach- oder Texteingabe, und auf dieser Grundlage Zugriff auf andere Dienste ermöglichen oder Funktionen verbundener Geräte im Wohnbereich steuern.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Smart Speaker mit integriertem virtuellem Assistenten und eigenständige virtuelle Assistenten, die dieser Beschreibung entsprechen.
Produkte mit digitalen Elementen, die die physische Sicherheit von Verbrauchern im Wohnbereich schützen und aus der Ferne von anderen Systemen aus gesteuert oder verwaltet werden können, sowie Hardware und Software, mit denen solche Produkte zentral gesteuert werden.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem intelligente Türschlösser, Babyüberwachungssysteme, Alarmanlagen und Sicherheitskameras für den Wohnbereich.
Internetfähiges Spielzeug mit sozial-interaktiven Funktionen sind Produkte mit digitalen Elementen im Anwendungsbereich der Richtlinie 2009/48/EG, die direkt oder über andere Geräte über das öffentliche Internet kommunizieren und über eingebettete Technologien für ein- und ausgehende Kommunikation verfügen, etwa Tastatur, Mikrofon, Lautsprecher oder Kamera.
Internetfähiges Spielzeug mit Standortverfolgungsfunktionen sind Produkte mit digitalen Elementen im Anwendungsbereich der Richtlinie 2009/48/EG, die direkt oder über andere Geräte über das öffentliche Internet kommunizieren und über Technologien verfügen, mit denen der geografische Standort des Spielzeugs oder seines Nutzers verfolgt oder abgeleitet werden kann. Erkennt das Spielzeug mithilfe von Sensorik lediglich, ob sich der Nutzer oder andere Spielzeuge in der Nähe befinden, gilt es nicht als Spielzeug mit Standortverfolgungsfunktionen.
Persönliche Wearables mit einem Zweck zur Gesundheitsüberwachung, die am menschlichen Körper getragen oder angebracht werden, sind Produkte mit digitalen Elementen, die direkt oder über Kleidung oder Zubehör am Körper getragen werden und regelmäßig oder fortlaufend gesundheitsbezogene Informationen des Nutzers, einschließlich Körpermesswerten, erfassen und weiterverarbeiten können. Ausgenommen sind Produkte im Anwendungsbereich der Verordnung (EU) 2017/745 oder der Verordnung (EU) 2017/746.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Fitnesstracker, Smartwatches, intelligenter Schmuck, intelligente Kleidung und Sportbekleidung, die dieser Beschreibung entsprechen.
Persönliche Wearables, die zur Verwendung durch und für Kinder bestimmt sind, sind Produkte mit digitalen Elementen, die von Personen unter 14 Jahren direkt oder über Kleidung oder Zubehör am Körper getragen oder angebracht werden können.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Wearables zur Sicherheit von Kindern.
Wichtige Beschreibungen für Klasse II
Klasse II bleibt eine wichtige Produktkategorie; ihre Anforderungen an die Konformitätsbewertung sind jedoch strenger als bei Klasse I.
Hypervisoren sind Softwareprodukte mit digitalen Elementen, die Rechenressourcen abstrahieren und/oder zuweisen und die Ausführung, Verwaltung und Orchestrierung voneinander und/oder von der physischen Hardware logisch getrennter virtueller Maschinen ermöglichen. Hypervisoren können direkt auf der Hardware (Bare Metal), auf einem Betriebssystem oder innerhalb einer anderen virtuellen Maschine (verschachtelte Virtualisierung) ausgeführt werden.
Im Zusammenhang mit dieser Produktkategorie ist eine virtuelle Maschine eine softwaredefinierte logische Trennung einer Rechnerumgebung. Sie umfasst einen Satz virtualisierter Hardwareressourcen (z. B. CPU, Speicher, Massenspeicher und Netzwerkschnittstellen) und betreibt typischerweise ein eigenes Betriebssystem.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Hypervisoren des Typs 1 (Bare Metal), des Typs 2 (auf einem Betriebssystem gehostet) und hybride Hypervisoren.
Containerlaufzeitsysteme sind Softwareprodukte mit digitalen Elementen, die die Ausführung und den Lebenszyklus von Containern verwalten, die als isolierte Prozesse auf einem einzelnen Hostbetriebssystem laufen, Ressourcen zuweisen und die Verwaltung sowie Orchestrierung einzelner Container ermöglichen.
Im Zusammenhang mit dieser Produktkategorie ist ein Container eine softwarebasierte Ausführungsumgebung, die eine oder mehrere Softwarekomponenten samt ihren Abhängigkeiten in einem Paket kapselt, sodass sie unabhängig und konsistent ausgeführt werden kann.
Firewalls sind Produkte mit digitalen Elementen, die ein verbundenes Netzwerk oder System vor unbefugtem Zugriff schützen, indem sie den Datenverkehr zu und von diesem Netzwerk überwachen und beschränken.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Netzwerk- und Anwendungsfirewalls, etwa Web Application Firewalls oder Filter sowie Anti-Spam-Gateways.
Systeme zur Erkennung von Eindringversuchen sind Produkte mit digitalen Elementen, die den Datenverkehr nach dessen Eintritt in die Netzwerkumgebung auf verdächtige Aktivitäten überwachen und erkennen oder feststellen, dass ein Angriff auf ein verbundenes Netzwerk oder System versucht wird, stattfindet oder stattgefunden hat.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem netzwerkbasierte und hostbasierte Systeme zur Erkennung von Eindringversuchen.
Systeme zur Verhinderung von Eindringversuchen sind Produkte mit digitalen Elementen, die aus einem System zur Erkennung von Eindringversuchen bestehen, das aktiv auf einen Angriff auf ein verbundenes Netzwerk oder System reagiert.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem netzwerkbasierte und hostbasierte Systeme zur Verhinderung von Eindringversuchen.
Produkte mit digitalen Elementen in Form von Mikroprozessoren mit den in Tabelle „Klasse I“, Nummer 13, dieses Anhangs genannten sicherheitsbezogenen Funktionen, einschließlich Manipulationserkennung, Manipulationsresistenz oder Reaktion auf Manipulation, die zusätzlich auf Schutz der Stufe AVA_VAN 2 oder 3 gemäß den Common Criteria und der Common Evaluation Methodology ausgelegt sind.
Produkte mit digitalen Elementen in Form von Mikrocontrollern mit den in Tabelle „Klasse I“, Nummer 14, dieses Anhangs genannten sicherheitsbezogenen Funktionen, einschließlich Manipulationserkennung, Manipulationsresistenz oder Reaktion auf Manipulation, die zusätzlich auf Schutz der Stufe AVA_VAN 2 oder 3 gemäß den Common Criteria und der Common Evaluation Methodology ausgelegt sind.
Beschreibungen kritischer Produkte
Anhang II der Verordnung 2025/2392 enthält die technischen Beschreibungen der kritischen Produktkategorien aus Anhang IV der CRA.
Hardwareprodukte mit digitalen Elementen, die sensible Daten sicher speichern, verarbeiten oder verwalten oder kryptografische Vorgänge ausführen und aus mehreren einzelnen Komponenten bestehen. Sie verfügen über ein physisches Hardwaregehäuse, das als Gegenmaßnahme gegen physische Angriffe Manipulationen erkennbar macht, ihnen widersteht oder darauf reagiert.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Zahlungsterminals, Hardware-Sicherheitsmodule zur Erzeugung und Verwaltung kryptografischer Elemente sowie Tachografen, die der obigen Beschreibung entsprechen.
Smart-Meter-Gateways sind Produkte mit digitalen Elementen, die die Kommunikation zwischen Komponenten in oder mit Verbindung zu intelligenten Messsystemen gemäß Artikel 2 Nummer 23 der Richtlinie (EU) 2019/944 und autorisierten Dritten wie Energieversorgern steuern. Sie erfassen, verarbeiten und speichern Mess- oder personenbezogene Daten, schützen Daten- und Informationsflüsse durch Unterstützung bestimmter kryptografischer Anforderungen, etwa Verschlüsselung und Entschlüsselung, umfassen Firewallfunktionen und ermöglichen die Steuerung anderer Geräte.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Smart-Meter-Gateways für intelligente Messsysteme zur Messung des Stromverbrauchs gemäß Artikel 2 Nummer 23 der Richtlinie (EU) 2019/944. Sie kann auch Smart-Meter-Gateways für andere intelligente Messsysteme zur Messung des Verbrauchs anderer Energiequellen wie Gas oder Wärme umfassen, sofern das Gateway dieser Beschreibung entspricht.
Sichere Elemente sind Mikrocontroller oder Mikroprozessoren mit sicherheitsbezogenen Funktionen, einschließlich Manipulationserkennung, Manipulationsresistenz oder Reaktion auf Manipulation. Sie speichern, verarbeiten oder verwalten typischerweise kryptografische Vorgänge oder sensible Daten wie Identitäts- oder Zahlungsnachweise. Sichere Elemente sind auf einen Schutz mindestens der Stufe AVA_VAN.4 gemäß den Common Criteria oder der Common Evaluation Methodology ausgelegt. Sie können eigenständige Siliziumchips sein oder in System-on-Chips (SoC) integriert werden. Sie können eine Anwendungsumgebung oder ein Betriebssystem enthalten und eine oder mehrere Anwendungen umfassen.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Trusted Platform Modules (TPM) und eingebettete Universal Integrated Circuit Cards (UICC).
Smartcards oder ähnliche Geräte sind sichere Elemente, die in ein Trägermaterial wie Kunststoff oder Holz in Kartenform integriert sind, oder sichere Elemente, die in Trägermaterialien anderer Formen integriert sind.
Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Identitäts- und Reisedokumente, qualifizierte Signaturkarten, austauschbare UICCs, physische Zahlungskarten, physische Zutrittskarten, digitale Tachografenkarten oder Armbänder mit integrierten sicheren Zahlungselementen.
Abgrenzungsbeispiele
Die Beispiele in den Erwägungsgründen verweisen alle auf denselben Grundsatz: Die Einstufung richtet sich nach der Kernfunktionalität des Produkts, nicht nach jeder Komponente oder Fähigkeit, die es enthält.
Integrierte Komponente
Eine Komponente kann für die Sicherheit relevant sein, stuft das Produkt, in dem sie enthalten ist, aber nicht automatisch ein.
Ähnliche Fähigkeit
Ein Produkt, das einige SIEM-ähnliche Aufgaben erfüllen kann, ist kein SIEM, wenn seine Kernfunktionalität eine andere ist.
Zusätzliche Funktion
Ein Produkt verliert seine Kategorie nicht allein deshalb, weil es zusätzliche Funktionen außerhalb der Beschreibung ausführt.
Auswirkung auf die Einstufung
Die technische Beschreibung wirkt sich auf die Einstufung aus. Die Einstufung beeinflusst wiederum das Konformitätsbewertungsverfahren. Die Einzelheiten des Verfahrens finden Sie unter Konformitätsbewertung.
Die Produkteinstufung insgesamt wird erläutert unter Produkteinstufung.